MENÜ

Im Januar 1942 kam es in Berlin zu einer der katastrophalsten Besprechungen der Menschheitsgeschichte. In der Villa Wannsee wurde Adolf Hitlers Plan zur Ermordung der in Europa lebenden elf Millionen Juden abgesegnet - während eines anderthalb Stunden dauernden Mittagessens. Der Arbeitstitel der Zusammenkunft lautete „Die Endlösung der Judenfrage“. Das Ergebnis dieser Konferenz war der beispiellose Völkermord an sechs Millionen Juden in Europa.
Bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts erwähnte Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ und zahlreichen Reden seine dämonische Vision von der Vernichtung des Judentums. Ziel der Wannsee-Konferenz war es, diesen von Hitler bereits beschlossenen Plan durch die wichtigsten Reichsministerien offiziell "genehmigen" zu lassen.
Schockierend ist auch der Blick auf die 15 Teilnehmer dieser Konferenz. Es versammelte sich dort nicht ein ungebildeter Mob verrohter Nazischergen oder opportunistischen Emporkömmlingen, die durch die Gunst der Stunde, zwar unqualifiziert, aber linientreu an die Macht gekommen waren. Die Teilnehmerliste zeigt das Gegenteil. Neun der 15 Teilnehmer waren promovierte Juristen, Volkswirte und sogar Theologen. Die meisten kamen aus guten, scheinbar geordneten Verhältnissen. Die Eltern waren selbst zumeist leitende Angestellte, höhere Beamte, Kaufleute und Fabrikanten. Reinhard Heydrich war der Sohn eines Komponisten und Direktors eines Konservatoriums. Wilhelm Kritzinger war gar der Sohn eines Pfarrers. Sieben der 15 Lebensläufe weisen auf einen christlich-religiösen Hintergrund der Eltern hin.
Bei den Treffen selbst herrschte „deutsche Reinkultur“: „Das geht eben sehr ruhig, sehr freundlich, sehr höflich und sehr artig und nett zu, und es werden nicht viele Worte gemacht. Es dauert auch nicht lange. Es wird dann ein Cognac gereicht durch die Ordonanzen und dann ist die Sache eben vorbei.“ So erinnerte sich Adolf Eichmann bei seinem Verhör in Israel 1960 an die Sitzung, die über elf Millionen Menschen das Todesurteil fällte.
Auch wenn während der Sitzung Klartext geredet wurde und von Vergasung, Erschießung und Zu-Tode-Schinden die Rede war, spiegelt sich dies im Protokoll lediglich als „Sonderbehandlung“ wider.
Der Schauplatz der Konferenz befand sich dabei im kulturellen Zentrum des aufgeklärten und – so genannten – christlichen Abendlandes. Es war das Land der Dichter und Denker, wie Kant, Hegel und Heidegger; das Land der wissenschaftlichen Errungenschaften und Nobelpreise. Es sei an Max Planck, Frank Hertz und Albert Einstein erinnert, um nur einige wenige zu nennen.
Die Frage drängt sich dabei unwillkürlich auf, ob es sich nicht auch heute wiederholen könnte. Wenn die aufgeklärte Kultur Deutschlands, die damals in den 1920er Jahren eine Blütezeit erlebte, kaum innere Barrieren aufwies, um dieses anti-christliche Reich des Bösen aufzuhalten, können wir da annehmen, dass unsere ethischen, moralischen und vor allem geistlichen Fundamente heute tiefer und stabiler gegründet sind als vor 70 Jahren?
Selbst große humanistische Denker, wie der Philosoph Martin Heidegger, konnten sich damals dem Bann der Naziindoktrination nicht entziehen. Aufgeklärte Wissenschaftler, wie der renommierte Physiker und Nobelpreisträger Johannes Stark, vertraten eine „arische Physik“ und bezeichneten z.B. Einsteins Theorien als jüdische Verschwörung.
Daher darf es nicht nur bei heute überall gehörten Appellen, wie „Nie wieder!“ bleiben. Für uns als ICEJ sind unsere Partnerschaft mit der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem und die Christlichen Freunde Yad Vashems eine strategische Partnerschaft, die durch weltweite Lehre und Informationsarbeit dazu beitragen soll, dass unter den Christen eine neue Wachsamkeit entsteht.
Teile diesen Beitrag:
Die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel – bekannt als Alija – ist weit mehr als eine demografische Verschiebung oder ein politisches Phänomen.
Die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel – bekannt als Alija – ist weit mehr als eine demogr...
Im Folgenden finden sich elf Prophezeiungen aus verschiedenen Bibelabschnitten, welche die Rückkehr oder Alijah von Gottes Volk Israel in das Land beschreiben, das ihm durch Abraham in 1. Mose 12,1–7 versprochen wurde.
Im Folgenden finden sich elf Prophezeiungen aus verschiedenen Bibelabschnitten, welche die Rückkehr oder...
Alijah ist der Begriff, der die Einwanderung von Juden nach Israel beschreibt. Es ist das hebräische Wort für „Aufstieg“ oder „Hinaufgehen“.
Alijah ist der Begriff, der die Einwanderung von Juden nach Israel beschreibt. Es ist das hebräische Wor...
Um den Reichtum von Gottes Wort wirklich zu erfassen, ist es hilfreich, die hebräische Sprache zu verstehen. Was folgt, ist ein kurzer Überblick für den interessierten Leser über die hebräische Schrift
Um den Reichtum von Gottes Wort wirklich zu erfassen, ist es hilfreich, die hebräische Sprache zu verste...
Der Ablauf eines Passah-Seders: die vier Kelche, Matze, Seder-Rituale, biblische Lesungen und die christliche Bedeutung des Passahmahls.
Der Ablauf eines Passah-Seders: die vier Kelche, Matze, Seder-Rituale, biblische Lesungen und die christ...