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Am 26. April 2023 feiert Israel 75-jähriges Bestehen. Ein Rückblick auf die dramatischen Stunden, die der Staatsgründung vorausgingen.
Es sah wahrlich nicht gut aus für die Zukunft eines jüdischen Staates im Frühjahr 1948. Zwar hatten die UN am 29. November 1947 beschlossen, das Mandatsgebiet Palästina aufzuteilen. Doch seither herrschte Krieg im Land, denn die Araber wollten die Gründung eines jüdischen Staates mit allen Mitteln verhindern.
Die jüdischen Bewohner besaßen kaum Waffen, um sich gegen die arabisch-palästinensischen Milizen zu verteidigen. „Wir haben ein Gewehr für vier Leute. Wir haben keinen einzigen Panzer und keine Flugzeuge“, schrieb der spätere Staatsgründer David Ben Gurion besorgt in sein Tagebuch. Die arabischen Milizen hingegen wurden von der Arabischen Liga mit Waffen und Kämpfern unterstützt. Der Libanon, Irak, Syrien, Jordanien und Ägypten hatten bereits angekündigt, nach dem Abzug der britischen Truppen einzumarschieren, um alle Juden niederzumetzeln.
Am 12. Mai 1948 trafen sich Vertreter des jüdischen Nationalrats im städtischen Museum in Tel Aviv, um eine Entscheidung zu treffen: Sollte man die Staatsgründung zum gegenwärtigen Zeitpunkt wagen? 14 Stunden lang diskutierte die kleine Gruppe unter dem Vorsitz von Ben Gurion. Einige Mitglieder fehlten – sie saßen im umlagerten Jerusalem fest.
Telefone klingelten, Boten gingen ein und aus. Doch alle Meldungen, die nach Tel Aviv durchdrangen, sprachen gegen die Staatsgründung. Am späten Abend kam eine weitere bittere Nachricht, diesmal aus den USA. Außenminister Georg Marshall riet dringend von der Staatsgründung ab. Ein jüdischer Staat habe keine Chance gegen die arabischen Armeen – und von den USA dürfe man keine Unterstützung erwarten. Stattdessen arbeiteten die Amerikaner bereits an einem anderen Plan, an einem ungeteilten Palästina unter der Kontrolle der Vereinten Nationen.
Wäre das nicht vielleicht tatsächlich die beste Lösung? Dem Nationalrat lief ohnehin die Zeit davon. Wollte man wirklich einen eigenen Staat gründen, müsste das bis zum Ablauf des britischen Mandats am 14. Mai geschehen. Zweifel drohten der kleinen Gruppe den Mut zu rauben. Da stand Ben Gurion auf und hielt die wohl wichtigste Rede seines Lebens. Er endete mit den Worten: „Chawerim, se ha-jom o-le-olam lo!“ – Freunde, heute oder nie!
Der Entschluss fiel nach Ben Gurions Rede am 12. Mai 1948 um kurz vor Mitternacht. In den frühen Morgenstunden des 13. Mai begann ein Wettlauf gegen die Uhr, denn bereits am 14. Mai um 16 Uhr sollte der jüdische Staat ausgerufen werden.
In aller Eile zimmerten Handwerker ein Podest im Sitzungssaal. 350 Gäste wurden eingeladen, die Stühle für das Publikum lieh man aus den umliegenden Restaurants. Eigentlich sollte die Einladung mit Diskretion behandelt werden, doch die Nachricht von der bevorstehenden Staatsgründung breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Tausende Menschen jubelten dicht gedrängt auf dem Rothschild-Boulevard, als Ben Gurion an jenem Freitag, den 14. Mai um kurz vor 16 Uhr das Museum betrat.
Exakt 32 Minuten dauerte die Zeremonie – und mit ihr erfüllte sich eine alte Verheißung, die der biblische Prophet Amos im Namen Gottes schon vor über 2000 Jahren prophezeit hatte: „Ich werde mein vertriebenes Volk Israel aus den fernen Ländern heimholen und sie werden ihre Städte, die jetzt in Trümmer liegen, wieder aufbauen und darin wohnen.“
„Für sechs Millionen Juden kam es zu spät“, notierte Golda Meir später bewegt ihre Erinnerungen an diesen Moment.
Ein alter Rabbiner ergänzte die Deklaration mit einem Dankgebet. „Amen“, antworteten alle Anwesenden, ob praktizierende Juden oder Atheisten. Im zweiten Stockwerk des Gebäudes stimmte eine Kapelle die Hatikwa an, Israels Nationalhymne. Und damit endete die wohl kürzeste Gründungszeremonie, die je ein Staat gefeiert hat. Es wurde auch Zeit, denn der Beginn des Schabbats stand kurz bevor.
Am Tag nach der Staatsgründung fielen fünf arabische Armeen über Israel her. Doch trotz der feindlichen Übermacht gewann der junge Staat den Krieg – und auch alle folgenden.
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