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In Israel gibt es Bemühungen, den Sanhedrin wieder herzustellen, den Rat der 70 jüdischen Ältesten oder Weisen, der ursprünglich von Mose eingesetzt worden war, um als Richter über Israel zu fungieren. Obwohl in den letzten Jahrhunderten solche Versuche, eine moderne Version des Sanhedrin einzusetzen, wiederholt gescheitert sind, gibt es grundsätzlich eine jüdische Erwartung, dass dies eines Tages geschehen wird, auf der Grundlage von Jesaja 1,26: „Ich will deine Richter wiederherstellen wie in der ersten Zeit und deine Ratgeber wie im Anfang….“
Eine interessante Parallele dazu ist im Neuen Testament zu finden, in Matthäus 19,28: „Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt (andere Übersetzungen Wiederherstellung), wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“
Im Kontext dieses Verses fragen die Jünger, was für eine Belohnung sie dafür erwarten können, dass sie alles verlassen haben und Jesus nachgefolgt sind. Seine Antwort an die späteren Apostel ist ziemlich konkret: Eine Ehrenposition im wiederhergestellten Israel. Ich finde diesen Vers äußerst spannend. Nicht, weil ich jemals über die Nation Israel zu Gericht sitzen möchte. Es gibt bereits genug Leute, die das schon tun.
Vielmehr ermutigt diese Passage deshalb, weil Jesus die Hoffnung der Wiederherstellung Israels in einer solchen einfachen und direkten Art und Weise bestätigt. Viele christliche Gegner des biblischen Zionismus erklären nämlich heutzutage, dass es nirgendwo im Neuen Testament eine Bestätigung der Idee gebe, dass das jüdische Volk tatsächlich physisch in das Land seiner Vorväter zurückkehren werde. Eine solche Position ist natürlich nicht haltbar, und es gibt mehrere Wege, dies zu belegen. Matthäus 19,28 ist ein solcher „Beweistext“.
Tatsächlich war die jüdische Hoffnung auf eine künftige Wiederherstellung des Königreichs Israel im ersten Jahrhundert so vorherrschend, dass viele Münzen in Juda mit den Worten „für die Erlösung Zions“ oder „für die Freiheit Zions“ geprägt waren. Dies basierte auf einer langen Liste von Passagen in den Psalmen und hebräischen Propheten, die davon sprechen, dass Gott „sich Zions erbarmt“ und die „Gefangenschaft Jakobs wendet“ (so z.B. Psalm 14,7; 77,7; 85,1; 106; 126,1; Jeremia 30,18; 33,25-26; Hesekiel 39,25; Hosea 6,11; Joel 3,1). Dies stimmte schließlich mit den Verheißungen überein, die Gott beim Bundesschluss mit David gegeben hatte.
Die Jünger bezogen sich auf diese Hoffnung der nationalen Wiederherstellung in Apostelgeschichte 1,6+7, als sie den auferstandenen Christus fragten: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“ Kritiker des Christlichen Zionismus behaupten, Jesus würde diese Frage gänzlich abweisen, doch er antwortet schlicht: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat…“
Nur wenige Tage später steht ein ermutigter Apostel Petrus vor seinen Landsleuten und verkündet, dass Jesus in den Himmel hinauf gefahren ist „bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.“ (Apostelgeschichte 3,21) Dies ist erneut eine Bestätigung der Hoffnung auf Israels Wiederherstellung.
Das griechische Wort für „Wiederherstellung“ in diesem Vers ist apokatastasis – was „wieder errichten“ bedeutet. Die Wiederherstellung eines früheren Zustandes. Dem ganz ähnlich ist das griechische Wort für „Wiederherstellung“/„Wiedergeburt“ in Matthäus 19,28, paliggenesia – ein Synonym für Wiederbelebung oder Wiedergeburt. Einige Bibelforscher beziehen dies auf die wiederhergestellte menschliche Beziehung zu Gott wie im Garten Eden, doch der Kontext dieser Passagen ist Israels verheißene nationale Wiederherstellung.
Weiterhin erhält Jesus in Matthäus 17,11 die weit verbreitete jüdische Erwartung aufrecht, dass der Prophet Elija erscheinen werde, um alle Dinge wieder herzustellen.
Bemerkenswerterweise spricht Petrus von „Zeiten der Wiederherstellung“, die im hebräischen Denken immer als Prozess verstanden werden, den Gott über eine Zeitspanne hinweg ausführt. Das Endergebnis ist nicht notwendigerweise eine vollständige Rückkehr zum Königreich Israels unter David und Salomon, oder eine exakte Wiederherstellung des traditionellen Sanhedrin. Vielmehr handelt es sich um eine Erneuerung, um einen Neustart, der Israel und die Nationen an den Platz bringt, den Gott schon immer für sie vorgesehen hatte.
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