MENÜ

Warum Israel Syrien militärisch entwaffnet

Warum Israel Syrien militärisch entwaffnet

... und was die Entmilitarisierung für die Sicherheit der Region bedeutet
Karin Lorenz
Die Umayyaden-Moschee in Damaskus in Syrien, hier hielt der Rebellenführer eine Ansprache/Wikipedia

Seit dem Sturz des Assad-Regimes greift Israel in Syrien Militärstandorte an und konnte binnen weniger Tage fast die gesamten syrischen Armee-Waffen zerstören. An einem der angegriffenen Standorte lagerten Boden-Boden-Raketen und andere Munition, die Detonation hatte die Stärke eines kleinen Erdbebens. Rebellenführer Abu Mohammed al-Dscholani kritisiert Israels militärisches Vorgehen, Israel habe „keine Entschuldigung mehr“ für Luftangriffe in Syrien. Kritik an den Einsätzen kommt auch von der Bundesregierung und der UNO.

Angriffe auf Israel aus Syrien

Israels Interesse, Syrien zu entwaffnen, gründet auf bitteren Erfahrungen der Vergangenheit. Seit der Gründung des modernen jüdischen Staats wurde Israel immer wieder von Syrien aus angegriffen. Wie die Situation in Syrien sich entwickelt und wie die neue Regierung Israel gegenüberstehen wird, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Zwar gibt sich der Rebellenanführer moderat, doch seine Vergangenheit wirft berechtigte Zweifel auf: Abu Mohammed al-Dscholani, bürgerlicher Name Ahmed al-Sharaa, kämpfte ab 2003 für Al-Kaida und gründete 2011 in Syrien die Al-Nusra-Front, den syrischen Ableger von Al-Kaida. Aus diesem entwickelte sich später die islamistische HTS-Miliz, deren Anführer al-Dscholani heute noch ist.

Vor einigen Jahren sagte sich al-Dscholani öffentlich von Al-Kaida los - damit der Westen seine Organisation nicht angreife, erklärte Abu Mohammed al-Dscholani. Doch auch die HTS-Miliz wird unter anderem in Großbritannien, den USA und in der EU als Terrororganisation gewertet, ihr werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Radikale islamistische Gruppierungen mit Chemiewaffen

Radikalen islamistischen Gruppierungen oder einer möglichen feindlichen Regierung eines unmittelbaren Nachbarstaats hochgefährliche Militärgeräte zu überlassen, darunter Chemiewaffen, wäre ein großes Sicherheitsrisiko - nicht nur für Israel. In der Vergangenheit hatte das Assad-Regime mehrfach chemische Waffen gegen die eigenen Bürger eingesetzt. Der ehemalige Leiter der Abteilung für Terrorbekämpfung im Büro des israelischen Ministerpräsidenten, Nitzan Nuriel, kommentierte: „Im schlimmsten Fall könnte Syrien zum Somalia des Nahen Osten werden - dies würde bedeuten, dass viele Organisationen sich gegenseitig bekämpfen und in den nächsten Jahren keine Stabilität herrscht.“

Vertreter der drusischen Gemeinschaft, die auf der syrischen Seite der Golanhöhen leben, die von Israel als Pufferzone eingerichtet wurde, sprachen sich unterdessen einheitlich für einen Anschluss ihrer Region an Israel aus.

Foto: Die Umayyaden-Moschee in Damaskus, hier hielt der Rebellenführer eine Ansprache/Wikipedia

Weitere Artikel

Blick auf eine Allee miit Flaggen vieler Länder, die zum gebäude der Vereinten Nationen führt. Das Gebäude steht zentral im Hintergrund.

Skandal in der UNO

Das ist passiert: Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) hat die Islamische Republik Iran für den UN-Ausschuss für Programm und Koordinierung (CPC) nominiert.

Läufer in Sportkleidung und einer Nummer auf dem Bauch laufe durch eine Stadt mit historischen Gebäuden

Jerusalem-Marathon soll stattfinden

Die Massenveranstaltung wurde vom 27. März auf den 17. April verschoben.

Luftansicht einer Großstadt. Eine große Moschee mit vier Minaretten im Vordergrund

Irankrieg: Verhandlungen in Pakistan

Am Samstag sollen in Islamabad direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran stattfinden – ohne Israel.

zerstörtes Wohngebäude. Alles ist in trümmern.

Vier Tote bei Raketenangriff auf Haifa

Die Opfer sind zwischen 29 und 73 Jahre alt und gehören alle zu einer Familie.

Israelische Rettungskräfte in Einsatzkleidung. Ein Mann trägt eine Kippa

ICEJ: Schutzhelme für Retter

Die ICEJ konnte israelische ZAKA-Rettungsteams mit besseren Helmen und Westen ausstatten.

Selfie zweier Frauen. Sie lächeln; im Hintergrund sind weitere Menschen zu sehen, einer trägt eine Kippa

Ungläubiges Staunen im Bunker

Trotz häufiger Unterbrechungen, in denen unser Team immer wieder Schutz vor Raketen suchen musste, konnten wir zu Pessach Hunderten bedürftigen Familien in Israel mit Pessach-Paketen e...

ein Zerstörter Wohnkomplex. Das Fensterglas ist nicht mehr vorhanden, Trümmer und Ruß, sowie eine israelische Fahne sind zu sehen.

Globale Empörung

„Eklat!“, empörten sich Tagesschau und Spiegel. Das Patriarchat von Jerusalem sieht einen schwerwiegenden Präzedenzfall, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanadas Premier Mark ...

Portraitfoto eines dunkelhäutigen Mannes mit Schnäuzer, Glanze, Anzug und Krawatte

Uganda an Israels Seite: „Weil wir Christen sind"

Ugandas Generalstabschef und gleichzeitig Präsidentensohn Muhoozi Kainerugaba setzte eine Reihe pro-israelischer Posts in den Sozialen Medien ab.

Skyline einer Stadt bei Nacht

Hormuz: Militärmission mit VAE?

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) signalisieren laut unbestätigten Berichten Bereitschaft, sich an der Sicherung der Straße von Hormuz zu beteiligen.

verschwommen dargestellter Programmcode in weiß auf blauem Hintergrund

Unternehmen im Cyber-War

Moderne Kriege werden auch im Internet geführt. Hacker-Angriffe aus dem Iran zwingen israelische Unternehmen zu Innovationen.