MENÜ

Arye Sharuz Shalicar, Sprecher der israelischen Armee im Rang eines Majors in Reserve, kam in Göttingen zur Welt. 2001 wanderte er nach Israel aus. Auf der Gebetskonferenz gab er Einblicke in seine Kindheit in Deutschland.
Arye wächst in Berlin auf, als Sohn persisch-jüdischer Eltern. Nichts in der Wohnung oder im Leben der Familie verrät ihre jüdischen Wurzeln. „Wir hatten ein persisches Haus“, erinnert sich Arye. Es wird persisch gesprochen, persisch gekocht, an den Wänden hängen persische Bilder, auf dem Boden liegen persische Teppiche. Arye kennt keine hebräischen Gebete, hat nie eine Synagoge besucht und ahnt lange nichts von seiner jüdischen Herkunft. „Ich bin als Deutsch-Iraner aufgewachsen“, fasst Arye zusammen.
Als Arye 13 Jahre alt ist, zieht die Familie nach Wedding, einen migrantisch-arabisch dominierten Bezirk Berlins. Arye hat damit kein Problem, im Gegenteil. „Ich war äußerlich plötzlich unter meinesgleichen.“ Er gewinnt rasch neue Freunde auf der Straße. „Wir haben zusammen gelacht, Fußball gespielt.“
Bis sie wissen wollen, woher Arye stammt. „Aus dem Iran“, antwortet Arye. „Moslem“, wird er gefragt. „Wir sind nicht religiös, weicht er aus. Die Freunde lachen, religiös sind sie ja auch nicht. Aber Moslem? „Nein“, sagt Arye schließlich und erklärt: „Meine Eltern sind jüdisch.“
Er sagt ganz bewusst nur „meine Eltern“. Er selbst hat ja nichts zu tun mit diesem jüdischen Glauben. Er weiß gar nicht, was das bedeuten soll. Jude zu sein. „Aber von diesem Moment an hat sich mein Leben auf den Kopf gestellt“, erinnert sich Arye. Es ist wie ein Schalter, den seine engsten Freunde plötzlich umlegen. Von Freundschaft auf Hass. „Aber ich war ja derselbe Mensch wie vorher.“
Der 13-Jährige lernt eine bittere Lektion, die er nie mehr vergisst – er lernt, worauf sich der mörderische Judenhass gründet, von Pogrom zu Pogrom. „Es geht nicht darum, was wir Juden tun oder nicht tun, wie wir uns benehmen. Ob wir nett sind, ob wir die Hand zum Frieden ausstrecken. Es geht nur darum, dass wir da sind, dass wir existieren – ob als Individuum, als jüdische Gemeinde oder als jüdischer Staat.“
Im Gymnasium weiß man nichts von seinen jüdischen Wurzeln. Sein bester Freund und Banknachbar ist Deutsch-Inder, Moslem. In der 9. Klasse lesen sie im Deutschunterricht eine Geschichte über den Holocaust, von einem kleinen jüdischen Kind, das sich verstecken muss. Da flüstert Aryes bester Freund: „Alle Juden müssen getötet werden.“ „Warum“, fragt Arye schockiert. „Weil wir Moslems sind“, lautet die lapidare Erklärung seines Freundes. „Da habe ich ihm gesagt: Ich bin kein Moslem. Ich bin jüdisch.“ Sein Freund hält es für einen misslungenen Scherz. „Du kannst kein Jude sein“, erinnert sich Arye an die Reaktion des Schulkameraden. „Warum nicht?“, fragt Arye. Die Antwort: „Weil du mein Freund bist.“
Zuhause erinnert sich Arye an einen alten Davidsternanhänger in der Schublade seiner Großmutter, das einzige jüdische Symbol, das die Familie besitzt, und er trifft einen Entschluss, der sein Leben prägen wird: Er hängt sich die Kette um den Hals. Am nächsten Morgen zeigt er sie seinem besten Freund. „Hier schau“, sagt er. „Ich bin wirklich Jude.“
Es ist wie ein Glaubensbekenntnis, das er ausspricht. Er sagt nicht mehr „jüdisch“. Er sagt auch nicht: „meine Eltern“. Er sagt es für sich: „Ich bin Jude.“
„Mein bester Freund sah aus, als ob er eine Leiche sieht“, erzählt Arye. „Es tat weh.“ Und es gab kein Happyend. „Er hat sich umgesetzt und nie wieder mit mir gesprochen.“
Das neu erschienene Buch von Arye Sharuz Shalicar erhältlich im ICEJ-Shop: icej-shop.de

inkl. 7 % MwSt.
zzgl. Versandkosten
In den WarenkorbDieser Ort ist mehr als ein einfacher Hügel. Er wurde nachTheodor Herzl (1860 – 1904) benannt, dem Wegbereiter und Visionär des modernen Staates
Israel.
Dieser Ort ist mehr als ein einfacher Hügel. Er wurde nachTheodor Herzl (1860 - 1904) benannt, dem Wegbe...
Die Bibel bietet eine weit größere Vision für Frieden – den „Highway“ der Versöhnung:
Die Bibel bietet eine weit größere Vision für Frieden – den „Highway“ der Versöhnung:
Die Fixierung der UNO und der EU auf eine Zweistaatenlösung mit einem „judenfreien“ palästinensischen Gebiet.
Die Fixierung der UNO und der EU auf eine Zweistaatenlösung mit einem „judenfreien“ palästinensischen Ge...
Lokale Koexistenz-Projekte zeigen: Echter Frieden entsteht nicht durch Spaltung, sondern durch Verständnis und Begegnung. Drei Beispiele:
Lokale Koexistenz-Projekte zeigen: Echter Frieden entsteht nicht durch Spaltung, sondern durch Verständn...
Der Grenzverlauf ist strittig, auch der Status Jerusalems. Israels Hauptstadt wird von Palästinensern ebenfalls als Hauptstadt beansprucht.
Der Grenzverlauf ist strittig, auch der Status Jerusalems. Israels Hauptstadt wird von Palästinensern eb...
Gaza galt als „kleine Zweistaatenlösung“, denn 2005 zog sich Israel freiwillig aus dem Gazastreifen zurück. Die dortige palästinensische Bevölkerung erhielt vollständige Autonomie. Milliarden Hilfsgelder aus aller Welt flossen in den Küstenstreifen. Gaza sollte zum zweiten Singapur werden, einer Wirtschafts- und Tourismusmetropole.
Gaza galt als „kleine Zweistaatenlösung“, denn 2005 zog sich Israel freiwillig aus dem Gazastreifen zurü...