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Vor 70 Jahren brannten in Deutschland die Synagogen. Mehr als 1000 Synagogen wurden abgebrannt oder beschädigt, 7500 jüdische Geschäfte demoliert und geplündert, 91 Juden ermordet, jüdische Friedhöfe, Krankenhäuser und Schulen mutwillig zerstört. Meist waren es SS- oder SA-Abteilungen, die die Aktionen durchführten. Oftmals waren es aber auch Nachbarn und Mitbürger, die sich an den Randalen beteiligten. Der Großteil der Bevölkerung schaute tatenlos zu. Etwa 30.000 Juden - meist wohlhabende Männer im Alter von 16-60 Jahren - wurden verhaftet und in den eigens dafür erweiterten Konzentrationslagern Buchenwald, Sachsenhausen und Dachau untergebracht.
Diese “Reichskristallnacht” wurde zum brutalen Auftakt einer blutigen Judenverfolgung in Deutschland und schließlich in ganz Europa, der am Ende sechs Millionen Juden zum Opfer fielen. Die Kirchen – bis auf zu wenige Ausnahmen – hüllten sich in Schweigen oder verteidigten gar mit theologischen Verrenkungen die Verfolgung der Juden.
Wenn man die geistliche Entwicklung der vergangenen 70 Jahre (und länger) in Deutschland betrachtet, so gibt es nicht zu viel Ermutigendes zu berichten. Vom Land der Reformation, der pietistischen Erweckungen oder die weltweit Bahn brechende Missionsbewegung der Herrnhuter Brüder hat sich Deutschland zum Missionsland zurückentwickelt hat. Gerade mal 1% - 2% evangelikale Christen gibt es in Deutschland – es könnten so viel mehr sein. Stattdessen prägen Säkularisierung und galoppierender Werteverfall die geistliche Landschaft in Deutschland.
Ob dies etwas mit unserer Vergangenheit zu tun hat? Die Bibel gibt uns selbst Antwort darauf. Das Wort Gottes zeigt an vielen Stellen auf, dass die Art und Weise, wie wir mit dem Jüdischen Volk umgehen, über Segen und Fluch entscheidet. (siehe z.B. 1.Mo 12,3; 4.Mo 24,9; Jer. 51,11; Sach. 2,12; Röm11, 17-21; etc.).
Gesegnet sei, wer dich segnet, und verflucht, wer dich verflucht! 4.Mose 24,9
Es mag sicher noch weitere Faktoren geben, die für unsere geistliche Trockenheit in Deutschland verantwortlich sind, aber das Versündigen gegen das Jüdische Volk wird vom Wort Gottes in besonderer Weise als ein Vergehen hervorgehoben, das den Zorn und gar Fluch Gottes anzieht.
Die wohl geläufigsten Passagen, in denen wir eine 70 jährige Zeitspanne finden, betreffen Israels Exil in Babylon. Es dauerte 70 Jahre, bis Gott das Volk unter Nehemia und Esra wieder zurück brachte. (siehe 2.Chr. 36,21, Jer 25,10-12, 29;10)
Die Zahl 70 wird in der Bibel oftmals mit Vollständigkeit in Verbindung gebracht. Jesus z.B. verwendete diese Zahl im Zusammenhang mit vollständigem Vergeben. In Psalm 90,10 werden 70 Jahre als die normale (volle) Lebensspanne des Menschen genannt. In diesem Sinne waren die 70 Jahre Gericht im babylonischen Exil ein Handeln Gottes, das eine gesamte Lebensspanne umfasste, bis der letzte Überlebende aus Israel gestorben und eine neue Generation herangewachsen war.
Nach diesen 70 Jahren beriefen sich die Propheten darauf, dass Israel nun wieder mit der Gnade Gottes rechnen durfte (Dan. 9, Neh 1, Sach. 1, 12). Grund für diese Hoffnung gab ihnen Gott selbst, der durch den Propheten Jeremiah nicht nur das70jährige Gericht voraussagte, sondern der zugleich danach eine Zeit des Segens ankündigte:
Fürwahr, so spricht der HERR: Wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt sind, werde ich mich euer annehmen [...] um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Jer. 29,10+11
Auf diese Verheißung berief sich Daniel. Er flehte zu Gott und fastete, dass der Herr sich über sein auserwähltes Volk erbarmen möge. (Daniel 9,2+3)
Daniel sah es nicht als einen Automatismus an, dass Gott nun ganz selbstverständlich seine Verheißung erfüllen würde. Die Verheißung Jeremias verursachte bei Daniel nicht nur hoffnungsvolles Erwarten, sondern er rang mit Gott, dass sie sich auch tatsächlich erfüllen würde. Daniel suchte das Angesicht Gottes in einer 21tägigen Fastenzeit und erhielt darauf die Antwort von Gott. Es ist wichtig, diese Tatsache zu verinnerlichen. Gott möchte gebeten werden.
Gott selbst verspricht uns, dass er solche Gebete der Buße und Umkehr erhören wird:
... wenn mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen. 2 Chronik 7,14
Dies ist eine Verheißung, auf die wir uns an diesem Tag stützen können. Gott verheißt, unser Land zu heilen. Wir haben in der Wiedervereinigung eine politische Heilung erlebt. Interessanterweise geschah auch dies in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989. Aber was von weitaus größerer Bedeutung ist: Wir brauchen eine geistliche Heilung und Erneuerung unseres Landes. Die geistlichen Mauern in Deutschland müssen fallen. Gott verheißt dies, wenn wir uns ernstlich zu ihm wenden.
Daniel identifizierte sich mit der Schuld seines Volkes. Er erkannte, dass sein Volk in dieser Misere war, da es sich ganz bewusst von Gott abgewandt und gegen ihn rebelliert hatte. Dass all dies nicht für das persönliche Leben von Daniel zutrifft - Gott nennt ihn einen Vielgeliebten – ist offensichtlich. Aber dennoch war er bereit, sich unter die Schuld seines Volkes zu stellen, obwohl er selbst nicht schuldig war. Er betete folgendermaßen:
„Wir haben gesündigt [...] Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, [...] uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht [...] weil wir gegen dich gesündigt haben! Daniel 9,5+8
Daniel übernahm freiwillig die Verantwortung für sein Volk und war so bereit, stellvertretend für es in den Riss zu treten. Dies ist das biblische Prinzip des priesterlichen Dienstes, die Sünden des Volkes vor Gott zu bringen und Gottes Gnade zu erflehen. Es ist das biblische Amt der Fürbitte. Es ist die Bereitschaft, sich mit der Schuld des Volkes (und der daraus folgenden Verantwortung) zu identifizieren und in einer solchen Haltung vor Gott treten. Das bedeutet, dass die Generation, die an den Gräueln der Nazizeit nicht teilhatte oder damals noch gar nicht lebte, keine Schuld und Verdammnis fühlen muss. Aber Gott sucht an solch einem Tag nach Männern und Frauen, die bereit sind, in den Riss zu treten, die bereit sind, geistlich Verantwortung für unser Volk zu übernehmen und eine Belebung unseres Landes von Gott erflehen.
Es ist wichtig und gut, seine Sünden und die Sünden des Volkes zu bekennen, aber es darf nicht nur bei einem Lippenbekenntnis bleiben. „So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind“, (Lukas 3,8) ruft Johannes der Täufer uns auch heute zu. Es gibt bereits viele Mahnmale, Gedenkstätten und Stolpersteine. Aber ob sich die Herzen verändert haben, bleibt eine offene Frage. Vor kurzem veröffentlichte die Israelische Tageszeitung „Yediot Ahoronot“ eine Studie, laut derer gerade in Deutschland, trotz einer Israel-freundlichen Kanzlerin, anti-israelische Haltungen am Zunehmen sind. Heute muss unser Entschluss feststehen, um Zions willen nicht zu schweigen (Jes. 62,1) oder mit Ruth zu sprechen: „Dein Volk ist mein Volk, dein Gott ist mein Gott.“. Königin Esther war bereit, ihr eigenes Leben zu riskieren. Mit den Worten auf den Lippen „komme ich um, so komme ich um“ trat sie vor den König Ahashveros und setzte sich dort für das Überleben der Juden im Persischen Reich ein.
Wenn wir an die schrecklichen Ereignisse vom 9.11.1938 denken und Gott suchen, so geht es nicht um weiteren wirtschaftlichen Segen für Deutschland, sondern wir wollen darum bitten, dass er seinen Geist über Deutschland ausgießt. Wir wollen mit Daniel beten:
So höre nun, unser Gott, auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum, um des Herrn willen! Daniel 9,17
Im vollen Bewusstsein unserer Vergangenheit wollen wir in Demut und Verantwortlichkeit in die Zukunft blicken. Wir wollen aus der Vergangenheit lernen und es in unserem Herzen festmachen, dass sich die Geschichte in unserem Lande nicht wiederholen darf. Wir wollen vor Gott den Entschluss fassen, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Israel-feindlichen Haltungen mit Mut entgegen zu treten.
Wir wollen auch für Israel beten. „Herr lass auch dort dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum. Gieße deinen Geist der Gnade und des Flehens aus über Israel. Bewahre das Land vor Angriffen. Und hilf uns in Gottes Liebe, deinem auserwählten Volk zur Seite zu stehen.“
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