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Der Abschlusstag: Shemini Atzeret

Jacob Keegstra
Sukkot – Ein Fest beispielloser Einheit - An Sukkot feiern wir die letzte und kostbarste Ernte des Jahres. Rabbi mit Zitrone, Zweig und Schriften in der Hand

Dies ist ein Leseauszug aus dem Buch Gottes prophetische Feste von Jacob Keegstra. In diesem Abschnitt geht es um den Abschlusstag des Sukkot Festes.

Nach diesen sieben Tagen ist das Fest noch nicht vorbei. Es endet mit einer zusätzlichen Versammlung für Israel, ‘Shemini Atzeret’ oder Abschluss des Festes.[1] ‘Atzar’ bedeutet festhalten, zurückhalten. So wie Shawuoth der achte Tag als Abschluss nach sieben Tagen des Passahs ist, so ist Shemini Atzeret der achte Tag als Abschluss nach sieben Tagen des Sukkot-Festes. (Nur einmal wird der siebte Tag das Schlussfest genannt.[2]) Dieser achte Tag wird nicht Fest, ‚Chag‘, genannt, sondern Tag, ‚Jom‘.[i] Shemini Atzeret ist also kein Bestandteil des Sukkot-Festes, er steht als religiöser Tag auf derselben Ebene wie der Tag der Posaunen und der Versöhnungstag. Die Rabbiner nennen ihn ‘Regel Bifnay Atzmo’, einen Sonderfesttag.[ii]

 

Die sieben Tage gehören zum natürlichen Aufbau und zur natürlichen Abrundung dieses Festes. Der achte Tag übersteigt diese Struktur, er richtet sich nach einem anderen Muster. Verweist dies auf die göttliche Einteilung?

Die Zahl Acht weist auf die Welt des Wunders hin, auf die Erneuerung und die kommende Welt. Die sieben Tage des Laubhüttenfestes sind dazu bestimmt, unter Gottes Schutz zu wohnen und die Thora zu lernen. Am achten Tag erscheint dieser Schutz wie von selbst, dann wohnt die Thora im Menschen. Am Sabbat Shmini oder am ‘Achten’ denkt Israel daran, dass die Weihe des Aaron und seiner Söhne nach sieben Vorbereitungstagen im Offenbarungszelt stattfand, wobei die ‚Schekina‘, die Herrlichkeit Gottes, sichtbar wurde.[3] Die Stiftshütte war gerade fertig geworden und durch die Weihe des Aaron und seiner Söhne konnte der Dienst an Gott seinen Anfang nehmen. Gott ergreift dabei die Initiative, indem er selbst mit seiner Schekina erscheint.[4]

 

Die sieben Festtage werden mit dem Fest eines Königs verglichen, der sich nach sieben Tagen von seinen Gästen verabschieden muss, sie jedoch nicht ohne weiteres entlassen will. Sein Abschiedsgeschenk ist eine kleine Mahlzeit, die Thora und Regen für das ganze Jahr.[iii] Allenfalls bei der Einweihung des Tempels unter König Salomo haben sieben Tage nicht gereicht.[5]

Die sieben Tage dienen dazu, sich demütig vor Gott zu beugen. Am letzten Tag wird das Hosha’ana dann sehr inständig gebetet. Während des Festes wird aus Prediger gelesen, verbunden mit der Aufforderung, alles im Lichte der Verantwortung vor Gott zu betrachten. Mit diesen sieben Tagen hat man tatsächlich Vergebung erhalten, tiefergreifend als an Jom Kippur.

Der achte Tag wird draufhin als ein Geschenk Gottes empfunden, wobei Licht und Regen am wichtigsten sind. Diese zwei Elemente, Wasser und Licht, treten bei den Weissagungen für die Zukunft des Festes wieder in den Vordergrund.[6],[iv] Auch in der Mishna sind Regen und Licht für das Volk von Bedeutung. Am achten Tag entließ Gott das Volk. So entließ auch König Salomo das Volk am achten Tag nach dem Fest.[7] Nach der Mishna wird an Shemini Atzeret keine Wasserzeremonie mehr abgehalten, es wird jedoch ein spezielles Gebet um Regen gesprochen, ‘Mashiv Haruach Umorid Hageshem’.[v] Nach der rabbinischen Auseinandersetzung, ob man ab dem ersten Tag des Festes oder ab dem achten Tag um Regen beten müsse, wurde die Auffassung Rabbi Joshuas beibehalten, erst am achten Tag um Regen zu beten.[vi],[vii] Regen ist ein Zeichen des Segens, ein Zeichen dafür, dass Gott für alles sorgt, was man für das Leben unterwegs braucht.[viii]

 

Shemini Atzeret ist ein prophetischer Tag im Heilsplan Gottes. Er wartet noch auf seine endgültige Erfüllung.

 

Hier geht es zu dem Literaturverzeichnis von Gottes prophetische Feste: Literaturverzeichnis von Gottes prophetische Feste – Jacob Keegstra - ICEJ - Deutscher Zweig e.V.

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[1] Lev 23, 26 und Num 29,35

[2] Dtn 16,8

[3] Lev 9-11

[4] Ex 25,8 und Lev 9,4

[5] 1 Kön 8,64

[6] Sach 14,6-9

[7] 1 Kön 8,66

[i] F.Keil en F.Delitzsch, 720, T.Gaster, 1953, 98

[ii]  A.J.Kolatch, 1995, 256

[iii] Mishna, Sukkah, 55b

[iv] G.A.Yee, 1989, 76

[v] A.P.Bloch, 1980, 188

[vi] Talmoed, Taanis, 2a

[vii] M.A.Braun, 1996, 133

[viii] J.J.Petuchowski, VT, 5, 1955, 266-71

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