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Zeit der Ernte

Das Thema des ICEJ-Laubhüttenfestes 2013
Dr. Jürgen Bühler
sukkot

Das Thema des diesjährigen Laubhüttenfestes ist die „Zeit der Ernte”. Die Bibel hat eine Menge über dieses Thema zu sagen, besonders durch die drei Haupternte-Feste Israels – Passah, Schawuot und Sukkot. Diese „festgesetzten“ Feste kennzeichnen die Erntezeiten im Land und haben eine reichhaltige geistliche Bedeutung sowie eine versteckte prophetische Wahrheit, die sogar mit dem enormen weltweiten Wachstum der Kirche in unserer Zeit in Beziehung steht. Wir befinden uns wahrhaftig in einer Zeit großer Ernte.

Ein uraltes Gesetz

Das Konzept der Ernte ist so alt wie die Schöpfung selbst. Als Gott die Pflanzen schuf, legte er fest, dass diese sich durch die Samen, die sie produzierten, selbst jede nach ihrer Art fortpflanzen sollten (1. Mose 1,11ff.). Das bedeutet, Gott erwartet von seiner Schöpfung, dass sie beständig eine Ernte hervorbringt. Dies ist buchstäblich eingraviert in den DNA-Code allen geschaffenen Lebens.

Kurz nach der Flut hat Gott dieses ewige Prinzip in seinem Bund mit Noah bestätigt: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8,22). Das Prinzip der Saat und Ernte wird solange bestehen bleiben, wie unser Planet existiert. Es wird immer Zeiten des Pflügens und Säens geben, gefolgt von Zeiten der Ernte. Doch die Ernte passiert nicht einfach so. Ohne die harte Arbeit des Pflügens und Säens kann nicht wirklich eine Ernte erwartet werden. Doch wenn wir bereit sind, fleißig zu säen – in den Boden als auch im Hinblick auf den Himmel – können wir immer eine Ernte erwarten.

Die Ernte-Feste

Drei Mal im Jahr sollte das Volk Israel nach Jerusalem hinaufziehen, um vor Gott zu erscheinen und seine treue Versorgung im jährlichen Erntekreislauf zu feiern (2. Mose 23, 14-17). Im Frühling, im März oder April, feiert Israel das Passahfest (Pessach), im Mai oder Juni Pfingsten (Schawuot). Später, im September oder Oktober, wird das größte aller Feste in Jerusalem gefeiert – das Laubhüttenfest (Sukkot). Jedes dieser drei Pilgerfeste feiert die Einbringung der Produkte des Landes, die in der jeweiligen Saison gereift sind.

Passah - das Fest der „Erstlingsfrüchte”

Zum Passahfestes werden die „Erstlingsfrüchte“ des Landes Gott geweiht. Das bedeutet, Israel erklärte, dass alles, was es besaß, von Gott kommt und Ihm gehört. Er verdient den ersten und Besten Teil der Ernte, weil Er es ist, der das Wachstum schenkt (1. Korinther 3,7). Durch das Opfer der Erstlingsfrüchte wird die gesamte Ernte Gott geheiligt. Ihm gehört alles, und Sein Segen für die Feldfrüchte ist entscheidend.

Gott bezeichnete Israel als Seinen Erstgeborenen unter den Nationen (2. Mose 4,22). Diese Stellung bedeutete, dass Israel als Erstgeborener Anspruch auf einen doppelten Segen hatte (5. Mose 21,15-17). Die hebräischen Propheten sahen eine zukünftige Wiederherstellung Israels voraus, die tatsächlich einen doppelten Segen für die Nation mit sich bringt (Jesaja 61,7; Jeremia 31,8-9; Sacharja 9,12). Wir wissen, dass Gott alle Seine Verheißungen erfüllen wird, die er Israel gegeben hat.

Jesus wird als „der Erstgeborene aus den Toten“ bezeichnet (Kolosser 1,18; siehe auch 1. Korinther 15,20). Während der Woche des Passahfestes „am Tag nach dem Sabbat“ – das ist der erste Tag der Woche – wurde das Opfer der Erstlingsfrüchte im Tempel geschwungen. Die Evangelien berichten, dass Jesus genau an diesem Tag von den Toten auferstand (Matthäus 28,1). Jesus war der erste, der den Tod überwand, und als solcher ging er in den Himmel und präsentierte sich dem Vater. Aber er tat dies nicht nur für sich selbst. Paulus nennt ihn „den Erstgeborenen unter vielen Brüdern“ (Römer 8,29). So hat er auch für uns den Weg zum ewigen Leben bereitet.

Pfingsten – das Fest der Frühlingsernte

50 Tage nach dem Passahfest kommt das Pfingstfest, ein Fest der Danksagung für die Frühlingsernte, die hauptsächlich aus Weizen und Gerste besteht (2. Mose 34,22). Es ist eine Zeit, die Treue Gottes, der für den Lebensunterhalt sorgt, zu feiern in dem Wissen, dass bald weitere Ernten folgen sollen.

Laut der jüdischen Tradition kam das Volk Israel zur Zeit des Pfingstfestes am Berg Sinai an und erhielt die Zehn Gebote auf „steinerne(n) Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes“ (2. Mose 31,18). Aber im 2. Kapitel der Apostelgeschichte schrieb der Herr Sein Gesetz in die Herzen der frühen Nachfolger Jesus´, als der Heilige Geist am Pfingsttag auf sie fiel. Paulus beschreibt den neuen Bund als geschrieben auf „Tafeln, die fleischerne Herzen sind.“ (2. Korinther 3,3; vergleiche Jeremia 31,31ff).)

Für die Christen wurde das Pfingstfest zur Feier der ersten Ernte von dreitausend Seelen, die in das Vorratshaus Gottes gebracht wurde (Apostelgeschichte 2, 41). Millionen weitere würden in den kommenden Jahrhunderten folgen – eine unzählige Gemeinschaft sowohl aus den Juden als auch aus allen Nationen, Stämmen und Sprachen. Diese erste Erntezeit setzt sich bis zum heutigen Tag fort und wir sind bereit für die größte Ernte von allen, die ein wiederhergestelltes und erlöstes Israel einschließen wird.

Die Bibel ermutigt uns, eine große Endzeit-Seelenernte zu erwarten, die überall auf der Welt stattfinden wird. An vielen Orten sehen wir die Erfüllung dessen, was der Prophet Amos vorhergesehen hat: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein“ (Amos 9,13).

Sukkot - das Fest der Einsammlung

Das letzte der drei großen Ernte-Feste ist das Laubhüttenfest oder Sukkot, an dem die Herbsternte von Trauben, Feigen, Oliven, Datteln, Granatäpfeln und allen Früchten der Bäume Gott mit Danksagung geweiht wurde. Es wird als das größte Fest angesehen, da es die reichliche Einsammlung der Früchte am Ende des jährlichen Erntezyklus bringt.

Nach einem langen, trockenen Sommer und mit dem nahenden Winter war diese letzte Ernte lebenswichtig, vor allem da sie für das Olivenöl und den Wein sorgte. Eine große Vielfalt von Früchten ernährte die Nation im kommenden Winter. Gott gebot, sich sieben Tage lang zu freuen, mit großzügigen Dankopfern. (3. Mose 23,33-43). Die „vier Früchte“ wurden vor dem Herrn geschwungen, begleitet von täglichen Opfern von insgesamt 70 Stieren – die in biblischen Zeiten die 70 Nationen der Erde repräsentierten.

Tatsächlich ist Sukkot einzigartig unter den drei großen Pilgerfesten, da die nichtjüdischen Nationen auch eingeladen waren, mit dem Volk Israel nach Jerusalem hinaufzuziehen, um Gott den Herrn anzubeten. Der Prophet Sacharja sieht eine Zeit voraus, in der alle Nationen nach Jerusalem hinaufziehen werden, um das Laubhüttenfest zu feiern (Sacharja 14,16). Dieses Fest, das wir jedes Jahr feiern, ist ein wunderbarer Vorgeschmack auf diesen großartigen Tag.

Das Laubhüttenfest ist zudem die Zeit, in der die jüdische Tradition das Erscheinen des Messias erwartet, der dann sein Reich errichten wird. Johannes 7 bezieht sich darauf. Auch deshalb wird das Laubhüttenfest als das größte der drei Pilgerfeste betrachtet. Es ist das Fest, das die Sammlung der Erlösten und die Wiederherstellung aller Dinge erwartet (Apostelgeschichte 3, 21). Das Königreich des Messias wird in einem wiederhergestellten Israel errichtet werden. Eine weltweite Ernte der Heiligen aus allen Stämmen und Nationen wird nach Jerusalem gebracht werden, das der Sitz der Herrschaft der Gerechtigkeit und des Friedens des Herrn über alle Welt sein wird. Was für eine herrliche Erwartung!

Schlussfolgerung

Vieles in unserem Leben ist vom Prinzip der Saat und Ernte bestimmt. Neben unseren persönlichen Leben spricht Gott auch über die Ernte der Seelen.

Jesus kam aus einem samaritischen Dorf, einem Ort, der vollständig von seinem Dienst beeinflusst wurde. Er forderte seine Jünger auf, große Dinge von Gott zu erwarten: „Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte!“ (Johannes 4,35)

Zu viele Menschen haben die Hoffnung für ihre Nationen verloren. Jesus fordert uns heraus, unsere Augen aufzuheben. Heute sind wir Zeugen dessen, was viele als die größte Ernte in der Kirchengeschichte betrachten. Mehr Menschen kommen heute zum Glauben, als in irgendeiner anderen Phase der Geschichte. Das Evangelium beeinflusst heute Nationen, die vor hundert Jahren noch unerreicht waren. Mögen wir alle Erntehelfer des Herrn in den Feldern der Ernte sein!

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