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Anbetung schafft Veränderung

Abrahams Opfergang nach Morija
Gottfried Bühler
Anbetung schafft Veränderung

Während der letzten Pastorenkonferenz in Yad Vashem wurden wir, vier Tage nach dem Holocaustgedenktag, zu einer Zeremonie in die dortige Synagoge eingeladen. Als ein Zeichen des Dankes für die Spenden aus Deutschland überreichten Shaya Ben Jehuda und Nathan Eitan dem deutschen Zweig der ICEJ ein bemerkenswertes Bild von Carol Deutsch.

Verborgene Kunst

Carol Deutsch war ein jüdischer Künstler. Er wurde im Holocaust im Konzentrationslager Buchenwald ermordet. Zwischen 1941 und 1942 hat Carol Deutsch 99 biblische Illustrationen erschaffen. Zu dieser Zeit versteckte er sich in Antwerpen in Belgien vor den Nazis. In einer handgemachten Holzschatulle verbarg er seine Bilder, bevor er 1943 gefangen genommen und nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet wurde. Seine Tochter Ingrid Deutsch überlebte den Holocaust und entdeckte in ihrem Elternhaus dieses Behältnis. Die Nazis hatten alles konfisziert außer der Schatulle; vielleicht weil sie mit jüdischen Symbolen verziert war, ließen sie sie dort zurück. So blieben diese Kunstschätze erhalten. Ingrid Deutsch übergab die gesamten Kunstwerke an Yad Vashem.

Gottes Forderung

Das Bild stellt in kunstvoller Arbeit Abrahams Opfergang nach Morija dar. In 1. Mose 22, 1ff wird uns von dieser gewaltigen Begebenheit berichtet. Endlich, nach jahrelangem Warten, erfüllte sich das Wort des HERRN. Abraham erhielt von Sara den Sohn Isaak, den Sohn der Verheißung, den Sohn des Bundes mit Gott, den Sohn aus dessen Nachkommen Könige hervorgehen sollten, den Sohn dessen Nachkommen das Land Israel zum ewigen Besitz erhalten sollten! Und nun war dieser Sohn im Teenageralter und Gott forderte von Abraham, diesen Sohn der Verheißung zu opfern! Vers 2: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer. Gott hatte Abraham in das Land Kanaan geführt. In Kanaan wurden den Göttern Menschenopfer dargebracht, ein menschenverachtendes, abscheuliches Tun. Und nun sollte Abraham das gleiche mit Isaak machen? Bemerkenswert, dass Abraham unverzüglich am nächsten Tag frühmorgens aufbrach. Vermutlich lebte er zu dieser Zeit in Beerscheba. Die schwierigste Strecke seines Lebens dauerte drei Tage. Auf dem Berg Morija sollte Abraham Isaak opfern.

Akt der Anbetung

Ebenso bemerkenswert ist Abrahams Einstellung zu diesem Vorgang. Und zu seinen Knechten sagte Abraham: Ich aber und der Junge wollen dorthin gehen und anbeten und zu euch zurückkehren (Vers 5). Durch Abraham eröffnet sich uns hier eine gewaltige Dimension der wahren Anbetung. Das hebräische Wort für Anbetung „shachah“ spricht von Demut, Huldigung, in großem Respekt niederbeugen. Hier wurde der Grundstein der Anbetung in Zion gelegt. In 2. Chronik 3, 1 lesen wir, dass Salomo das Haus des HERRN in Jerusalem auf dem Berg Morija bauen ließ. Wollen wir uns Abraham zum Vorbild nehmen, der diesen Opfergang als einen Akt der Anbetung ansah. Indes hielt der HERR alle seine Zusagen und hatte einen Widder bereitgestellt, der anstelle von Isaak geopfert wurde. Wollen wir uns Paulus und Silas zum Vorbild nehmen, die ausgepeitscht wurden und im Gefängnis in ihrer Schmach anfingen, Gott anzubeten. Das Resultat war eine gewaltige Befreiung und Rettung vieler Seelen. Wollen wir uns vor allem Jesus zum Vorbild nehmen. In der Nacht vor seiner Hinrichtung stimmte er bei der Passafeier mit seinen Jüngern das Loblied an. Sein Gehorsam zum Vater eröffnet uns den Weg zur Rettung, Vergebung und zum ewigen Leben. Gerade in ausweglosen Situationen soll das Lob Gottes auf unseren Lippen sein. Gott ist treu, der uns immer wieder hilft! Seine Zusagen gelten bis zum heutigen Tag! Ich wünsche uns allen, dass wir einen Lebensstil der Anbetung führen können. Möge Gott Ihnen dabei helfen und Sie reichlich segnen.

(Titelfoto: Shaya Ben Jehuda und Nathan Eitan (beide Yad Vashem) mit Dr. Susanna Kokkonen (Christliche Freunde Yad Vashem) und Gottfried Bühler)

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