MENÜ

„.. bis Gott die neue Ordnung (engl. Reformation) in Kraft setzte.“ (Hebräer 9,10)
Das evangelikale Christentum kann man sich heute ohne die als „Reformation“ benannte historische Zeitspanne kaum vorstellen. Große Reformatoren der Vergangenheit wie Martin Luther, Johannes Calvin, John Wesley und viele andere brachten Veränderung und Wandel in das Christentum, die für das Überleben der Kirche notwendig waren. Die oben erwähnte Schriftstelle aus dem Hebräerbrief spricht von eine künftigen Zeitspanne der messianischen Reformation, die insbesondere für das Volk Israel anbrechen wird. Nach einer solchen Reformation werden alte Traditionen des Tempel-Gottesdienstes überflüssig und eine neue Zeit der Gottesverehrung für das Volk Gottes anbrechen.
Das Wort Gottes berichtet über verschiedene Reformationszeiten in der Geschichte des Volkes Israels. Männer Gottes wurde in der Bibel immer wieder von Gott gebraucht, um Gottes Volk wichtige Reformen zu bringen. Asa (2. Chronik 15), Hiskia (2 . Chronik 30-31), Josia (2. Chronik 34) und Nehemia sind nur einige Beispiele großer reformatorischer Leiter, welche den geistlichen Zustand Israels erneuerten. Reformen wurden notwendig, als die Israeliten sich von Gott entfernten. Durch die Generationen hindurch wurden Bräuche und Traditionen angenommen, die dem offenbarten Willen Gottes widersprachen. Diese Traditionen beinhalteten entweder Tempeldienst, der dem Wort Gottes widersprach, eine Aufweichung verbindlicher Regeln für das Zusammenleben in der Familie, Götzendienst oder allgemeinen moralischen Verfall in der Gesellschaft. Während solcher Zeitabschnitte waren die geistlichen Leiter der Nation (die Priester und die Propheten) oft gleichgültig gegenüber dem moralischen Niedergang des Volkes oder sie spielten sogar eine entscheidende Rolle dabei.
Doch wenn die Reformatoren dem Volk den Willen Gottes neu verdeutlichten, veränderte dies nicht nur sein Verständnis, sondern viel wichtiger noch, sein Herz und sein Verhalten. Die ganze Nation fing an, Gott zu suchen (2. Chronik 15, 12). Infolgedessen begann Gott wieder, sein Volk zu segnen, und Israel erlebte Zeiten des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstandes. Manchmal führten Zeiten der Reformation zur Wiederentdeckung alter Wahrheiten und Lehrsätze, die schon die ganze Zeit im Wort Gottes enthalten waren, aber nie wirklich einen Teil der geistlichen Traditionen des Volkes bildeten. Hiskia beispielsweise entdeckte das Passahfest wieder neu. Jahrhunderte lang hatte Israel es nicht mehr gefeiert - „seit den Tagen Davids“, um genau zu sein.
Wahrscheinlich hatten die Theologen der damaligen Zeit viele Begründungen parat, warum dieser einzigartige Ausdruck des Glaubens Israels, das Passahfest, nicht mehr als relevant angesehen wurde. Doch nur so lange, bis Hiskia die mutige Entscheidung traf, dieses heilige biblische Fest wieder einzuführen. Noch bemerkenswerter war die “Wiederentdeckung” der ordnungsgemäßen Feier des Laubhüttenfestes zur Zeit Nehemias. Das ist beachtenswert, da dieses Fest in der Geschichte Israels bis zur Zeit Nehemias nie eine besondere Rolle gespielt zu haben schien...
„Und die ganze Versammlung, alle, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, machten Laubhütten und wohnten in den Hütten. Denn die Söhne Israel hatten es nicht mehr so gehalten seit den Tagen Josuas, des Sohnes Nuns, bis auf jenen Tag. Und es war eine sehr große Freude.“ (Nehemia 8,17)
Nach fast 1000 Jahren jüdischer Geschichte wurde dieses Fest endlich gefeiert, in einer Reform, die das jüdische Volk sogar noch bis heute beeinflusst.
Die christliche Gemeinde ist auch durch verschiedene Phasen der Reformation und der Wiederentdeckung alter Wahrheiten gegangen. Eine von ihnen war beispielsweise die Wiederentdeckung des Aufrufs zur Weltmission. Die meisten Gemeinden hatten keine große Vision für die verlorenen und oft „unzivilisierten“ Volksstämme dieser Erde. Das änderte sich, als die Herrenhuter Brüder und später Männer wie Hudson Taylor und William Carey ihre Heimatländer verließen, um als Missionare in weit entfernten Gegenden zu wirken. Sie wurden zu Reformatoren, als sie der Kirche die Vision zur Weltmission zurückgaben. Heute kann man sich kaum eine Ortsgemeinde ohne ein Budget für Mission und Evangelisation vorstellen.
Während verschiedener Zeitabschnitte in der Geschichte Israels riefen die Propheten zur Erneuerung, zur Reformation auf. Es war insbesondere Jeremia, der die kurz bevorstehende Zerstörung Israels vorhersah und die Nation wiederholt zur Buße und Erneuerung aufrief.
„So spricht der HERR: Siehe, ich bereite ein Unglück gegen euch vor und plane einen Anschlag gegen euch! Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Wege und eure Taten!“ (Jeremia 18,11)
Wenn sie diese Erneuerung ablehnte, würde Israel als Nation von Gott gerichtet. Bereits durch Mose hatte Gott Israel gewarnt: Wenn sie einen Wandel ihres Verhaltens ablehnten, würde er sich Israels Rebellion annehmen. „Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch entgegenstellen.“ (3. Mose 26, 23). Ebenso sind die sieben Sendschreiben an die Gemeinden in der Offenbarung im Kapitel 2 und 3 dringende Aufforderungen zur Reform. Von den sieben erwähnten Gemeinden brauchten fünf ganz dringend Veränderung.
Reformation ist nicht nur eine Zeit der individuellen Buße. Sie beeinflusst immer das gesamte Volk Gottes. Gesetze ändern sich, neue und von Gott inspirierte Gesellschaftsordnungen werden eingeführt, und die Nation als ganze kommt unter den Segen Gottes.
Genau das erreichte auch die Reformation Martin Luthers und Johannes Calvins, ebenso wie der Dienst John Wesleys in England. Ein Großteil unseres Wertekatalogs und unserer Kultur in der westlichen Welt gründet sich auf die reformatorischen Kräfte, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert Europa erfassten. Sie beeinflussten in einem noch größeren Maße auch die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Viele der Reformatoren, die in Europa verfolgt wurden, fanden in der neuen Welt ihre Heimat und waren aktiv daran beteiligt, ein frühe amerikanische Kultur zu schaffen, die auf biblischen Wahrheiten beruhte. Die Reformen begannen immer innerhalb der Gemeinde und hatten dann auch einen Einfluss auf die Gesellschaft als Ganze.
Eine neue Zeit der Reformation ist in der heutigen Gemeinde dringend erforderlich. In unseren westlichen Gemeinden in Europa und Nordamerika sorgt man sich über den wachsenden Einfluss der Säkularisierung in unseren Gesellschaften. Europa hat schon seit langem seine christlichen Wurzeln aufgegeben, und viele amerikanische Christen befürchten, dass ihr ursprüngliches Erbe als „eine Nation unter Gott“ (a nation under God) bedroht ist. Eine weitere Reformation in der Gemeinde der westlichen Welt ist nötig, da die Gemeinde nicht nur ihren Einfluss auf die Gesellschaft verloren hat, sondern die Welt mittlerweile die Gemeinde beeinflusst.
Viele Christen erwarten eine Lösung von ihrer Regierung. „Wenn wir nur eine andere Regierung hätten, sähe die Lage besser aus“, höre ich oft. Ja, die Gemeinde ist dazu berufen, für die Regierung zu beten und diese Berufung muss ernst genommen werden. Doch Gott sieht die nationale Veränderung weniger von der Regierung, sondern vielmehr vom Volk Gottes ausgehen.
„...und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14)
Der Schlüssel für nationale Wiederherstellung und Heilung liegt beim Volk Gottes. Wenn das Volk Gottes sein Angesicht sucht, sein Verhalten verändert und seine Glaubenskultur wieder ihren apostolischen Wurzeln anpasst, dann verheißt Gott eine Zeit der nationalen Heilung. Lassen Sie uns gemeinsam im Jahr 2015 für Reformation beten und Reformation anstreben, damit die Gemeinde des lebendigen Gottes erneuert wird.
Teile diesen Beitrag:
Der Adar ist der zwölfte und letzte Monat des hebräischen Kalenders. In einem Schaltjahr wird ein Adar II (Adar Bet) hinzugefügt – der einzige Monat, der zweimal vorkommen kann.
Der Adar ist der zwölfte und letzte Monat des hebräischen Kalenders. In einem Schaltjahr wird ein Adar I...
Schwat ist der elfte Monat des hebräischen Kalenders. Im Land Israel ist der Schwat der Monat, in dem der Winter dem Frühling weicht.
Schwat ist der elfte Monat des heb...
Der Tewet ist der zehnte Monat im hebräischen Kalender. Das hebräische Wort teilt sich die Wurzel mit dem Wort „tow“, was „gut“ bedeutet.
Der Tewet ist der zehnte Monat im hebräischen Kalender. Das hebräische Wort teilt sich die Wurzel mit de...
Der Kislew ist der neunte Monat, gerechnet ab dem Nisan, und fällt in die dunkelste Zeit des Jahres (auf der Nordhalbkugel): Die Nächte werden länger, das Licht wird immer weniger – ein Prozess, der in der Wintersonnenwende am 21. Dezember seinen Höhepunkt erreicht.
Der Kislew ist der neunte Monat, gerechnet ab dem Nisan, und fällt in die dunkelste Zeit des Jahres (auf...
Cheschwan, auch Mar Cheschwan genannt, ist der achte Monat im hebräischen Kalender beziehungsweise der zweite Monat ab Rosch ha-Schana.
Cheschwan, auch Mar Cheschwan genannt, ist der achte Monat im hebräischen Kalender beziehungsweise der z...
Mit dem Monat Tischri treten wir in den Monat der Feste ein. Er beginnt mit einem besonderen Rosch Chodesch, nämlich Rosch HaSchana, gefolgt von den zehn Tagen der Ehrfurcht, Jom Kippur, Sukkot und Simchat Tora.
Mit dem Monat Tischri treten wir in den Monat der Feste ein. Er beginnt mit einem besonderen Rosch Chode...
Der Elul ist der sechste Monat, gerechnet ab Nisan, und der letzte Monat vor Tischri, dem Monat der Hohen Feiertage: Rosch ha-Schana, Jom Kippur und Sukkot.
Der Elul ist der sechste Monat, gerechnet ab Nisan, und der letzte Monat vor Tischri, dem Monat der Hohe...
Der Aw ist der fünfte Monat des hebräischen Kalenders. Er gilt als der tragischste Monat in der jüdischen Geschichte. Am neunten Aw wurden sowohl der Erste als auch der Zweite Tempel in Jerusalem zerstört.
Der Aw ist der fünfte Monat des hebräischen Kalenders. Er gilt als der tragischste Monat in der jüdische...
Der Tammus ist der vierte Monat im hebräischen Kalender. Mit ihm beginnt der lange, heiße Sommer in Israel – eine Zeit, die sich über die folgenden Monate Aw und Elul erstreckt.
Der Tammus ist der vierte Monat im hebräischen Kalender. Mit ihm beginnt der lange, heiße Sommer in Isra...
Der Monat Siwan ist der dritte Monat im hebräischen Kalender. Der Name „Siwan“ ist babylonischen Ursprungs und wird gewöhnlich als „Zeit der Ernte“ verstanden.
Der Monat Siwan ist der dritte Monat im hebräischen Kalender. Der Name „Siwan“ ist babylonischen Ursprun...