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Wir tragen euer Licht weiter

Internationaler Holocaust-Gedenktag Gedenkveranstaltung der ICEJ
Karin Lorenz
Holocaust bühne und publikum levi dörflinger (2)

Umrahmt von musikalischen Kostbarkeiten gedachte die ICEJ gemeinsam mit jüdischen Gästen der Opfer des Holocausts – und setzte gleichzeitig ein Statement gegen Antisemitismus und Anti-Israelismus.

89-jährige Zeitzeugin

Dvora Weinstein hat die Schoa überlebt. Die 89-jährige Jüdin war aus Israel angereist, um bei der Gedenkfeier der ICEJ vor rund 650 Gästen in Stuttgart zu sprechen und den Opfern des Holocausts ein Gesicht zu geben. Während ihres persönlichen Lebensberichts kämpften viele Zuhörer mit den Tränen. Die Zeitzeugin sprach nicht nur im Kurhaus in Bad Cannstatt, sondern auch vor Schulklassen im ganzen Land.

Zu den Ehrengästen des Abends gehörte auch Hila Ben David. Die in Israel prominente Sängerin sang hebräische Gebete zu Ehren der sechs Millionen Juden, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten getötet wurden – und für die 1.200 Israelis, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas ermordet wurden. „Wir tragen euer Licht weiter“, versprach die Sängerin. In ihre gesungenen Gebete schloss die Israelin das notleidende iranische Volk ein. Auch mehrere Iraner waren zur Gedenkfeier gekommen. Begleitet wurde die Sängerin vom deutschen Pianisten Michael Schlierf am Flügel.

Namen in der Nacht

Hila Ben David erzählte erstmals die Lebensgeschichte ihrer Großmutter, die als kleines Kind den Holocaust überlebte, als einzige ihrer Familie, und bis zum Ende ihres Lebens schwersttraumatisiert war. „Tagsüber war sie sehr kontrolliert. Aber nachts weinte sie und rief die Namen ihrer Geschwister und Eltern“, berichtete die Sängerin. Ihre Großmutter hatte aber nie die Kraft, über ihre Vergangenheit zu reden.

„Liebe Großmutter, ich hoffe, du siehst mich, gerade jetzt, hier auf der Bühne in Deutschland – und ich hoffe, es ist dir ein Trost im Himmel!“, rief die Israelin: „Nichts kann uns vom Existieren abhalten!“

Musik aus dem Ghetto

Für eine außergewöhnliche musikalische Kostbarkeit sorgte Konzertpianistin Diana Brekalo. Sie spielte die lange verschollene „Theresienstädter Suite 1945“, im Ghetto komponiert vom jüdischen Komponisten Hans Winterberg und für den Abend zur Verfügung gestellt von dessen Enkel Peter Kreitmeier, der zu den Ehrengästen der Gedenkfeier zählte. „Die Musik zeigt, was Winterberg erlebt hat. Sie schwankt zwischen Albtraum und Realität“, beschrieb Pianistin Brekalo das Werk. „Es ist ein musikalisches Zeugnis.“

„Heute werden jüdische Künstler in Europa ausgeladen. Nicht bei der ICEJ, hier sind sie herzlich willkommen!“, betonte Gottfried Bühler, 1. Vorsitzender der ICEJ und erhielt dafür großen Applaus.

Am Ende ehrte das Publikum alle jüdischen Gäste mit Standing Ovations und bildete Gebetsgruppen, um für Israel und die jüdische Gemeinschaft zu beten.

Fernsehaufzeichnung

Parallel sendete Bibel TV Aufzeichnungen der ICEJ-Holocaust-Gedenkveranstaltung von 2025. Die diesjährige Gedenkveranstaltung wird in den nächsten Wochen auf dem YouTube-Kanal von Faszination Israel ausgestrahlt und am nächsten Internationalen Holocaust-Gedenktag auf Bibel TV.

 

Foto: Holocaust-buehne-und-publikum-levi-doerflinger

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